Mittwoch, 11. März 2009
Der Ausstieg funktioniert...
Liebe Studierende, interessiert habe ich Ihre Blogs gelesen und möchte einige Gedanken dazu beitragen. Zunächst fällt mir positiv auf, dass in vielen Blogs die Aktion 'Weil das Recht auf Nahrung ein gutes Klima braucht' von 'Fastenopfer' und 'Brot für alle' erwähnt wird. Diese Organisationen greifen unermüdlich Jahr für Jahr Themen auf und starten Aktionen wie z.B. diejenige von 'Clean Clothes' vor einigen Jahren, die auf die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen von Schneiderinnen in Ländern des fernen Ostens hingewiesen haben. Dadurch erst kamen diese Aspekte ins Bewusstsein der Konsumenten und Konsumentinnen und haben doch bei einigen einen bewussteren Kleiderkauf bewirkt, aber auch grosse Modelabels zu Stellungnahmen gezwungen. Dass das Thema 'Klimawandel und Nahrung' lokal aufgegriffen wird (wie erwähnt im Toggenburg), finde ich toll. Ermutigend ist auch der Schritt der Slowakei in Richtung Förderung alternativer Energien. Ich denke, dass dies eine zukunftsträchtige Entscheidung ist. Dass es funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Gemeinde Güssing im österreichischen Burgenland. Diese kleine Stadtgemeinde mit ca. 27'000 Einwohnern hat 1990 folgenden Grundsatz gefasst: 100%iger Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung. 14 Jahre später wird dieser Entscheid als der folgenschwerste der Gemeinde überhaupt angesehen, denn die Gemeinde hat nur gewonnen: 400 neue Arbeitsplätze, die gesamt Wertschöpfung bleibt im Dorf, 300 Ökotouristen pro Woche, die sehen wollen, wie diese Energieversorgung klappt. Güssing produziert bereits mehr Energie als es selber verbraucht. Für mich ist das ein toller Beweis, dass der Umstieg funktioniert und eine win-win-Situation in allen Bereichen der Nachhaltigkeit entsteht. Von daher gesehen ist die Investition für Solarpanels auf dem Scheunendach sicher eine lohnende Investition. Dass die Produktion solcher Panels selber, aller Produkte überhaupt, ihrerseits Energie und Rohstoffe benötigt, geht gerne vergessen. Man spricht dabei von sogenannter 'grauer Energie'. Spannend finde ich den Blog zur Berichterstattung über die Finanzkrise. Mit der Quintessenz von Angela Federer, dass die Finanzen keinen direkten Einfluss auf die Ökologie haben, gehe ich nicht einig. Die Schweiz war einst führend bei der Erforschung von alternativen Energieformen. Nun ist sie im Vergleich mit anderen Staaten ziemlich zurück gefallen, da der Forschung und Entwicklung Gelder fehlten. Ich denke sogar, dass das Geld zur Zeit noch ein wesentlicher Verhinderungsfaktor nachhaltiger Entwicklung ist, da immer noch auf kurzfristige Gewinne gesetzt wird. Aber auch da haben wir einiges in der Hand, nämlich spätestens dann, wenn Sie sich entscheiden, Ihr Erspartes in nachhaltigen Kapitalanlagen anzulegen. Das Interesse an nachhaltigen Finanzprodukten steigt. Noch zwei Hinweise, die energiesparsame Elektrogeräte und umweltfreundliche Autos betrifft: Unter www. topten.ch finden Sie die sparsamsten Geräte und unter www. vcs. ch die aktuelle Autoumweltliste 2009. So, das wär's für den Moment. Ich grüsse Sie herzlich, Barbara Stehle alias mikesch
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Sehr geehrte Frau Stehle
AntwortenLöschenIch möchte meine Beitrag präzisieren. Natürlich haben die Finanzen grosse Auswirkungen auf die Ökologische Dimension. Ich habe mich unklar ausgedrückt - eigentlich wollte ich das Szenario "Auflösung des Bankgeheimnisse" unter dem ökologischen Aspekt betrachten und konnte mir daraus keine direkte Auswirkung auf unsere Umwelt vorstellen.
Freundliche Grüsse
Angela Federer