Mittwoch, 11. März 2009

Achtsam wahrnehmen, achtsam werden

Im Alltagsstress schränkt man seinen Blick oftmals ein. Bei mir liegt es meistens daran, weil ich an viele Dinge gleichzeitig denken muss und deshalb die Zeit fehlt, mich auf andere (wichtige) Dinge zu konzentrieren. Diese Woche habe ich versucht bewusster ‚im Moment zu leben’ – achtsam zu leben. So habe ich zum Beispiel beim Warten an der Kasse der Verkäuferin zugeschaut. Ihre Handlungen waren automatisiert und schnell- ich hätte mich bestimmt nicht so geschickt angestellt. Oder auf dem Weg von der PHR zu Posthaltestelle habe ich versucht die Umgebung mit einem Sinnesorgan bewusster wahrzunehmen. Ich habe zum Beispiel Autos gehört oder den Wind. Dann habe ich aber auch versucht das Gefühl in mir selbst wahrzunehmen – Was für ein Gefühl verbinde ich mit Autos, was mit dem Wind? Diese Woche bin ich auch mit Ressourcen, Energiequellen achtsamer umzgegangen wie zum Beispiel: Das Licht ausschalten, wenn ich einen Raum verlasse oder auch Altpapier zu gebrauchen für eine Notiz.
Ich habe im Verlaufe der Woche gemerkt, dass ‚achtsam leben’ von mir ein Stück weit auch das ‚Ausschalten’ von anderen Gedanken verlangt. Möchte ich zum Beispiel die Umwelt nur mit dem Gehör wahrnehmen, hemmt der Gedanke: Was muss ich heute noch alles erledigen? Auch die Zeit spielt oft eine Rolle. Durch die Alltagshektik vergisst man das Licht auszuschalten oder man nimmt das erst beste Blatt, das herumliegt – auch wenn es ein neues ist und Altpapier nachhaltiger wäre.
Die Erfahrungen von dieser Woche haben möglicherweise ein Stück weit dazu beigetragen, dass meine Achtsamkeit gegenüber meiner Umwelt aber auch mir selbst ein kleines bisschen stärker geworden ist. Letztendlich müsste ich aber den Post-it Zettel „achtsam wahrnehmen, achtsam leben!“ weiterhin mit mir herumtragen, denn schnell werden ‚wichtigere’ Dinge (– Prioritäten) wieder wichtiger, wenn ich mir das nicht immer wieder vor Augen halten.

2 Kommentare:

  1. Ich habe das ähnlich wie du erlebt. in mir merke ich wie meine Achtsamkeit gegenüber der Umwelt mit meinem eigenen Zustand in mir drin abhängt. so ist es in gewissen Zeiten wirklich anstrengender achtsam zu leben. zu viele Gedanken und Inhalte schwirren im Kopf um sich auf etwas, und zwar einfach dem, was ist, konzentrieren zu können. eigentlich selstsam, dass es uns einfacher fällt an alles mögliche gleichzeitig zu denken, den Blick für das Gegenwärtliche, welcher uns achtsamer leben lässt, etwas ausschalten.

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  2. Hey Pädi

    Mir gefällt dein Text, irgendwie wirkt er sehr tiefgründig und wohlüberlegt. Ich glaube auch, dass man für das Wahrnehmen seiner Umwelt oder von sich selber alle anderen Gedanken ausschalten muss. Für mich das das Zug fahren eine solche Wirkung. Durch das Vorbeirauschen der Umgebung vergesse ich meine Alltagsprobleme und nehme Welt um mich herum viel stärker wahr. In solchen Situationen erinnere ich mich an andere Menschen und frage mich, was diese im Moment wohl gerade tun und wie es ihnen geht. Ich nehme mich als Teil der Gesellschaft wahr und dadurch „verkleinern“ sich meine eigenen Probleme. Leider nutze ich den Zug viel zu wenig.

    Liebe Gruess Angi

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