Milch macht müde.
Für gewöhnlich trinke ich zum Frühstück ein Glas kalte Milch. Es ist ein Genuss, den ich schätze aber durch die Alltäglichkeit bis jetzt nie bewusst hinterfragt habe. Wie kommt also die Milch in mein Glas?
Das erste, was mir in den Sinn kommt: Ich gehe in den Laden mit dem grossen orangen M und kaufe mir eine Packung Milch, welche von jemandem in das Regal gestellt wurde und von ausgebildeten Detailhandelsangestellten an der Kasse an mich weiter gegeben wurde.
Doch der Weg beginnt erstmal bei der Kuh. Die Milchkuh lebt auf einem Bauernhof, welcher von Handwerkern gebaut und vom Landwirt/In betrieben wird. Der Bauer bringt die Milchkühe in den Melkstand, wo sich die Melkmaschinen, welche von Maschinenentwicklern geplant, von Maschinenbauern gebaut und vom Fachpersonal installiert wurde. Nachdem die Milchkühe gemolken wurden, wird die Milch von einem Tanklastwagen zur Molkerei gebracht. Der Lastwagen wird von einem ausgebildeten Lastwagenfahrer gefüllt und in der Molkerei entleert. Das Fahrzeug musste ebenfalls zuerst aus diversen Materialien gebaut werden. In der Molkerei angekommen, wird die Milch in Speichertanks (welche zuerst vo Ingenieuren und Technikern geplant und gebaut wurden) erhitzt, pasteurisiert und homogenisiert. Die Milch wird stichprobenartig von einem Labortechniker auf die Qualität untersucht.
Wenn die Milch „fertig ist“, wird sie abgekühlt und mithilfe von weiteren Maschinen in Tetrapacks abgefüllt. Diese Maschinen müssen von einem kompetenten Nahrungsmitteltechniker überprüft, gewartet und bedient werden. Damit die Milch eingepackt werden kann, muss zuerst der Tetrapack aus Kunststoff, Aluminium und Karton hergestellt und bedruckt werden. Die Tetrapacks werden abermals in einen Lastwagen geladen, zum Laden transportiert und dort entladen. Hier schliesst sich der Kreislauf.
All diese Prozesse benötigten natürlich Energie (ganze Aufrechterhaltung des Stromnetzes, Förderung und Erzeugung von Brennstoffen wie Benzin), Zeit und Planung…
Es ist erstaunlich, wie viele Menschen an der Herstellung eines „banalen“ Produktes wie der Milch direkt oder indirekt beteiligt sind. Vielleicht sollte man den einfachen Dingen wie einem Glas Milch öfters Beachtung schenken, damit man den „Luxus“ des Gutes zu schätzen lernt.
Donnerstag, 5. März 2009
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Liebe Angela
AntwortenLöschenDu hast recht, man überlegt sich solche Dinge viel zu wenig. Es ist wahnsinnig, was so ein Glas Milch für Wellen schlägt, resp. wer daran alles irgendwie und irgendwo beteiligt ist. Mit solchen Gedanken kann man ein wahnsinnig dichtes und global verwebtes Wirtschaftsnetz nur in Ansätzen erahnen.
Hallo!
AntwortenLöschenAuch ich muss dir zustimmen. Für Menschen aus den Industrieländern sind solche Produkte selbstverständlich. Für uns ist es klar, dass wir schnell in einen Laden gehen können und uns das kaufen, worauf wir Lust haben. Und dabei vergessen wir, was für ein Aufwand benötigt wurde, damit dieses bestimme Produkt in den Laden kommt. Wir sind verwöhnt und wissen sehr selten, etwas zu schätzen. Wir sind uns einfach zu sehr an den Luxus gewohnt. Es wäre nicht schlecht, wenn wir wieder anfangen würden, bewusster einzukaufen. Aber na ja, das ist auch wieder Mal ein Vorsatz. Der schwierig einzuhalten ist… leider!