Während ich am Ufer entlang schlenderte wunderte ich mich, wie ruhig die Wasseroberfläche dalag. Nur einige Enten durchbrachen mit ihren Bewegungen die glatte Oberfläche. Einige Fragen gingen mir durch den Kopf. Was sich wohl alles unter dieser Oberfläche im Verborgenen befindet? Weshalb fühle ich mich durch die Eindrücke der Natur beruhigter? Ist es das Gefühl der „heilen Welt“ oder bloss weil man sieht, dass die Welt auch ohne sich selbst weiterdreht? Kann es sein, dass ich mich in solchen Momenten wohler und ruhiger fühle, da ich mich stärker wahrnehme und alles andere ausser Acht lasse? Wahrscheinlich spielen alle Dinge zusammen.
Das deutsche Ufer war durch den Dunst nicht zu sehen. Man konnte sich sogar vorstellen, an der Küste eines Meeres zu stehen. Bloss der Wind war dafür irgendwie zu schwach und die verschneiten Hügel im Hintergrund eher unpassend. Als ich mich am Rand hinsetzte fiel mir auch zum ersten Mal auf, wie komisch es aussieht, wenn Enten versuchen zu tauchen. Es sah so aus, als drücke man eine Boje unter Wasser, welche beim Loslassen wieder hochschiesst.
Nehme ich mir die Zeit, mich mit der Natur auseinanderzusetzen, fühle ich mich auch mit ihr verbunden. Im Alltag verschwindet dieses Gefühl der Verbundenheit leider wieder. Ich glaube, dass es nicht immer ausreicht, sich nur in der Natur aufzuhalten, um sich der Nachhaltigkeit bewusst zu werden oder diese sogar durch das eigene Handeln zu beeinflussen. In einem Praktikum erlebte ich zum Beispiel, wie ein Junge im Wald einen Pilz weg schlagen wollte. Bestimmt helfen solche Aufenthalte den Kindern, mit der Zeit die Natur positiv wahrzunehmen und wertzuschätzen, doch sollte man sie auch auf die Auswirkungen ihres Handelns aufmerksam machen. Manche Kinder lernen das nicht von alleine und an diesem Punkt kommt die Schule ins Spiel.