Samstag, 28. Februar 2009

Vom Nichts zum SMS

Ich nehme mein Handy aus der Hosentasche und möchte meinem Freund kurz eine SMS schreiben. Diese Handlung ist für mich so alltäglich, dass alles völlig automatisiert und ohne irgendwelche Gedanken abläuft. Doch was braucht es alles, um jemandem eine SMS zu senden?
Ich beginne bei der Herstellung des Mobiltelefons. Am Anfang müssen Maschinen, welche zur Herstellung des Handys beitragen, von Polymechanikern entwickelt werden. Gussformen zur Fabrikation der Hülle und weitere notwendigen Kleinteile werden bereitgestellt. Weiter benötigt es eine Unternehmung, welche diese Grundausstattung kauft und die finanziellen Mittel für die Produktion der Einzelteile zur Verfügung stellt. Dies wiederum benötigt erst Strom, welcher aus einer Energiequelle - auch die muss erst von Fachkräften geschaffen werden - durch ein aufgebautes Netz fliesst und schlussendlich von da bezogen werden kann. Natürlich dürfen die Arbeitskräfte der Produktionsunternehmung und des Energiekonzerns nicht fehlen, seien dies Angestellte, Büropersonal oder Wissenschaftler und Unternehmensführer. Techniker und Informatiker erhalten dann die Aufgabe das Innenleben eines Handys zu gestalten und das ganze zusammenzusetzen. Durch das Fachpersonal des Swisscomshops wird das Handy schlussendlich vertrieben. Damit ist es jedoch noch nicht getan. Nun kommt das ganze Telefonnetz zum Tragen. Handyantennen werden nach Ökotests und Einholen von Bewilligungen gleichmässig im Land aufgestellt.

Zusammengerechnet sind das einige hundert Personen, die zu meinem Wohlstand beitragen und das nur wegen einer SMS. Bedenkt man, was man sonst im Alltag noch alles benötigt, angefangen bei Küchengeräten, über Audioelektronik, Bürogeräte, Utensilien in Bad und Waschküche, jegliche Innenausstattung, zur Strom-/ Wasser- und Wärmeversorgung, Wer da alles dazu beiträgt, kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Mich fasziniert vor allem der Gedanke, wie das alles zu Stande kam. Da sollten wir schon etwas dankbarer für unseren Wohlstand sein.

5 Kommentare:

  1. Ahoi Angela. Ja, es ist verrückt, mit welcher Selbstverständlichkeit wir den Alltagsgegenständen begegnen. Fasziniert und dankbar...aber auch etwas beängstigt. Können wir von diesem Wohlstand auch wieder zurück treten? Einfacher leben, verzichten? Gerade wenn wir bedenken, was der noch unbekannte Faktor Elektrosmog für uns Menschen bedeutet. Achtsamkeit - das möchte ich mir vornehmen.
    Valentina

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  2. Dein Beitrag war spannend zu lesen. Auch ich finde es oft fast schon etwas beängstigend, wenn man sich überlegt, auf wen wir alles angewiesen sind, damit unser Alltag auf diese Weise funktioniert... Eigentlich fast schon erstaunlich, wie wenig wir da eigentlich für ein Handy und dessen "Unterhalt"bezahlen müssen. Und dies ja nicht nur beim Handy, sondern auch bei vielen anderen Konsumgütern.
    Ursina Landolt, LG06Cb

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  3. Hallo Angela

    Wie du bereits geschrieben hast, gehört das SMS schreiben zum alltäglichen Leben dazu und man macht sich überhaupt keine Gedanken darüber, wie das funktioniert oder was alles geschehen musste, damit so etwas möglich ist.
    Es erstaunt mich sehr, wie viele Menschen an einer solchen Produktion von einem kleinen Handy arbeiten. Es ist wirklich faszinierend und unglaublich. Ich finde, du hast dich ausführlich und intensiv mit diesem Thema befasst und alle wesentlichen Punkte aufgeschrieben und beachtet.
    Ich finde auch, dass man eine solche kleine Aktion (wie das SMS-Schreiben) mehr schätzen sollte.

    Stéphanie Keel Lg 06 F

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  4. Ein SMS verfassen wir in Sekunden und wenige Sekungen später kommt es schon beim Empfänger an. Es ist erstaunlich wie selbstverständlich wir diese Dienstleistung inzwischen betrachten und uns gar keine grossen Gedanken mehr machen, was und wen es alles dafür benötigt. Ich staune immer wieder, trotzt den vielen Menschen, welche bei der Produktion und der Dienstleistung beteiligt sind und damit ihr Geld verdienen, die Ware "sehr günstig" angeboten wird.

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  5. Ehrlich gesagt, habe ich bis heute nie gross darüber nachgedacht, was und vor Allem wer alles nötig ist, dass meine SMS von A nach B gelangt – Das Telefon, die Programme, das Handynetz, etc… – da sind wirklich schnell mal 100 oder mehr Personen dafür verantwortlich, dass das Verschicken einer SMS klappt. Dadurch, dass wir ein Mobiltelefon nutzen, geben wir Geld aus, welches diesen vielen Menschen auf irgend einem Wege zu Gute kommt – sei dies nun mehr oder weniger direkt.

    Erstaunlich ist, dass es noch sehr viele andere solche „banale“ Dinge und Tätigkeiten gibt, dass uns gar nicht auffällt, was alles dazu nötig, damit wir den „Luxus“ des Guts geniessen können.

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